Können LED Augenschäden verursachen?

Auge

Die Fragen ob LED Augenschäden verursachen können stellen sich aktuell immer mehr Menschen, da in den Medien dieses Thema nur angeschnitten, aber nicht auf die Hintergründe eingangen wird.

Die BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin)  hat vor kurzem einen Bericht zur Photobiologische Sicherheit von Licht emittierenden Dioden (LED) veröffentlicht. Dort wurde geprüft, inwieweit LED Augenschäden verursachen können. Mögliche Ursachen für Augenschäden wären ein photochemischer oder thermischer Effekt.

Dazu werden die LED in verschiedene Risikogruppen eingeteilt.

Quelle: BAuA, Projektnummer: F 2115, Photobiologische Sicherheit von Licht emittierenden Dioden (LED) Tabelle 6.1.

Lampengruppe Risiko
Beschreibung
Freie Gruppe kein
Diese Lampen stellen keine photobiologische Gefährdung
dar, auch nicht bei kontinuierlicher, lang
andauernder Exposition im Referenzabstand – sie
sind unter allen Umständen sicher.
Risikogruppe 1 geringes
Diese Lampen stellen unter Berücksichtigung normalen
menschlichen Verhaltens keine Gefährdung dar.
In Bezug auf die Augen sind diese Lampen sicher,
außer bei einer sehr lang andauernden Betrachtung
im Referenzabstand mit direkter Augenexposition.
Risikogruppe 2 mittleres
Die Sicherheit dieser Lampen in Bezug auf die Augen
basiert auf Abwendungsreaktionen; sie stellen keine
photobiologische Gefährdung dar, solange Abwendungsreaktionen
die Expositionsdauer begrenzen.
Risikogruppe 3 hohes
Diese Lampen sind auch bei kurzzeitiger Exposition
im Referenzabstand gefährlich.

Von der BAuA wurden mehrere LED mit unterschiedlichen Lichtfarben getestet. Es stellte sich heraus, dass keine LED in der Lage war eine thermische Netzhautschädigung hervorzurufen und dass Rot- und Gelblicht emittierende LED keine photochemische Gefährdung darstellen.
Bei Blau- und Weißlicht emittierenden LED sieht es etwas anders aus. Diese können unter bestimmten Umständen eine Schädigung des Auges hervorrufen.

Bei der Untersuchung der BAuA war die Osram LED Diamond Dragon (LD W5AP blau) die mit der stärksten Gefährdung (Risikogruppe 2). Um allerdings eine photochemische Reaktion  durch die LED zu verursachen, müsste man im Abstand von 20 cm zehn Sekunden lang direkt und absichtlich in die LED schauen.

Was bedeutet dies nun für mich als Anwender bei der Verwendung von LED-Leuchtmitteln? Muss ich nun Angst haben das LED Augenschäden verursachen, wenn ich sie in meiner Wohnung einsetze?
Die Antwort darauf ist ein klares, Nein!

Die LED Leuchtmittel die in Ihrer Wohnung eingesetzt werden, können in den meisten Fällen in die “Freie Gruppe” oder in die “Risikogruppe 1” eingeordnet werden. Somit muss man sich keine Sorgen darum machen, ob LED Augenschäden verursachen.
Ein Großteil der LED-Leuchtmitteln bietet durch eine milchige Abdeckung einen zusätzlichen Schutz vor einen direkten Blick in die LED.
Auch bei Leuchten ohne milchige Abdeckung besteht keine Gefahr das LED Augenschäden verursachen. Bei einer normalen Anwendung ist immer ein gewisser Abstand zur LED-Leuchte gewährleistet und der Körper wendet sich, aus Eigenschutz, schon nach kurzer Dauer von der Leuchte ab. Auch vor einem kurzen längeren Blick brauchen Sie noch keine Angst zu haben.

 

Quelle:
L. Udovičić, F. Mainusch, M. Janßen, D. Nowack, G. Ott :
Photobiologische Sicherheit von Licht emittierenden Dioden (LED).
1. Auflage. Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013.
ISBN: 978-3-88261-726-9, 195 Seiten, Projektnummer: F 2115, Papier, PDF-Datei
http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F2115.html

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *